Ort: Wallfahrtskirche von Castelmonte/Stara Gora, 33040 Prepotto/Prapotno (UD)
Der Meisterbildhauer und Maler Giorgio Celiberti, eine prägende Persönlichkeit der friaulischen Kunst, zeigt eine Auswahl seiner Werke im Wallfahrtsheiligtum von Castelmonte/Stara Gora.
Im Rahmen der Ausstellung wird außerdem der Dokumentarfilm Come il primo giorno gezeigt, unter der Regie von Massimo Manservigi, mit Texten von Massimo Recalcati, Lesungen von Alberto Rossatti und Musik von Remo Anzovino.
Die Ausstellung ist täglich von 8.30 bis 18.00 Uhr geöffnet.
Eintritt frei
| Giorgio Celiberti wurde 1929 in Udine geboren und begann schon in sehr jungen Jahren zu malen. Im Alter von gerade einmal neunzehn Jahren nahm er 1948 an der Biennale von Venedig teil. Nach dem Besuch des Kunstgymnasiums arbeitete er im Atelier von Emilio Vedova und war in Venedig gemeinsam mit Tancredi Parmeggiani Teil der dortigen Kunstszene. In den 1950er-Jahren zog er nach Paris, wo er mit den wichtigsten Strömungen der europäischen Avantgarde in Kontakt kam. Später lebte er dank eines Stipendiums des italienischen Bildungsministeriums in Brüssel und anschließend in London – in einer Zeit, die stark vom Expressionismus Francis Bacons und Graham Sutherlands geprägt war. Sein unruhiger, stets suchender Geist führte ihn außerdem nach Amerika und in die Karibik, unter anderem nach Mexiko, Kuba, Venezuela und in die Vereinigten Staaten, wo er vielfältige internationale Einflüsse aufnahm. Nach einer Zeit in Rom kehrte er Mitte der 1960er-Jahre nach Udine zurück und leitete damit eine neue Phase seines künstlerischen Schaffens ein. Ein entscheidender Wendepunkt war 1965 der Besuch des Konzentrationslagers Terezín: Die Graffiti und Gedichte deportierter jüdischer Kinder wurden zu einem zentralen Bestandteil seiner künstlerischen Auseinandersetzung. Neben der Malerei widmete sich Celiberti intensiv der Bildhauerei und arbeitete mit Bronze, Aluminium, Stein, Keramik und Glas. Seine Werke zeigen häufig Tiere und archaische Figuren – Pferde, Reiter, Ziegen, Vögel und Katzen – sowie symbolische Formen wie Stelen, Fragmente und Reliefs, die an antike Kulturen erinnern. Im Laufe seiner Karriere nahm er mehrfach an der Biennale von Venedig und an der Quadriennale in Rom teil, erhielt zahlreiche Auszeichnungen und realisierte mehr als 200 Einzelausstellungen in Italien und im Ausland, unter anderem in New York, Paris, London, Barcelona, Madrid und Brüssel. Zu seinen monumentalen Arbeiten zählt ein 800 Quadratmeter großes Fresko, das zwischen 1989 und 1991 im Kongresszentrum des Hotel Kawakyu in Japan entstand. 2011 schenkte er dem Gedenkort Festung Terezín eine große Stele. In den folgenden Jahren wurden seine Werke von bedeutenden Sammlungen erworben, darunter die Würth Collection, das MART – Museum für moderne und zeitgenössische Kunst in Trient und Rovereto sowie die Galleria Nazionale d’Arte Moderna e Contemporanea in Rom. Auch in den vergangenen Jahren hat er weiterhin in Italien und im Ausland ausgestellt und Installationen geschaffen. 2025 erwarb das Europäische Parlament eine seiner Stelen für seine ständige Sammlung in Brüssel. Im selben Jahr wurde Celiberti von Papst Leo XIV. empfangen, dem er eine vom Jerusalemer Kreuz inspirierte Skulptur schenkte. 2026 nahm er zum sechsten Mal an der Biennale von Venedig teil und stellte dort gemeinsam mit seinem gleichnamigen Enkel aus, der bei dieser Ausgabe sein Biennale-Debüt gab. Er lebt und arbeitet in Udine. |
Weitere Informationen zur Ausstellung:
(+39) 0432 731094